Stuhlgeflechte

Seit dem Barock wurde eine große Anzahl unterschiedlicher Stuhlgeflechte verwendet. Am meisten verbreitet bei Stühlen, die noch immer im Gebrauch sind, sind etwa das Wiener Geflecht, das Binsengeflecht, das Geflecht aus Papierschnur oder aus Peddigrohr. Sitzflächen aus Geflecht bieten einen hohen Sitzkomfort und eine ansprechende Ästhetik. Bei antiken Stühlen ist das Geflecht integraler Bestandteil des Designs; eine behutsame und handwerklich sorgfäöltige Erneuerung des Geflechts erhält damit den Wert Ihrer Stühle.

Für Stuhlgeflechte werden ganz unterschiedliche Materialien verwendet; in unserer Werkstatt werden unter anderm folgende verarbeitet:

 

Peddigrohr: Rohrstühle aus Rattanrohr sind in der Regel mit Peddigrohr ausgeflochten. Eine Variante davon ist das Peddigband.

Binsengeflecht: Viele klassische Stühle, wie zum Beispiel der Worpsweder Stuhl, werden mit Süßwasserbinse ausgeflochten. Dabei wird die Binse von Hand in einer gedrehten Endlosschnur verarbeitet. Ähnlich wird auch die sogenannte Elhaschnur, die aus einer Art Seegras hergestellt wird, verarbeitet.

Wiener Geflecht: Das klassische Geflecht kennt man etwa von Wiener Kaffeehausstühlen; es wird aber sehr häufig auch bei Chippendale-, Biedermeier- und Jugendstil-Stühlen eingesetzt. Auch Thonet-Stühle sind häufig mit dem Wiener Geflecht ausgeflochten. Varianten des Wiener Geflechts sind das Sterngeflecht und das Sonnengeflecht, bei dem strahlenförmig von der Mitte ausgehend eine Rosette geflochten wird.

Papierschnur-Geflecht: Viele aus Skandinavien stammende Stühle, wie zum Beispiel die dänischen Teakholz-Stühle oder Wegner-Bugholz-Stühle, werden mit einer sehr haltbaren gedrehten Schnur aus Papier bespannt.

Freischwinger-Stühle, ob aus Stahlrohr oder Holz können sowohl mit Wiener Geflecht als auch, wie der abgebildete Thonet-Stuhl aus der Bauhaus-Ära (Marcel Breuer), mit Peddiggeflecht ausgeflochten sein.